Was kostet eine Pelletheizung 2023? Alle Kosten & Förderungen im Überblick

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In diesem Artikel geht es um die Kosten einer Pelletheizung wie Anschaffungskosten, Installationskosten, Betriebskosten, Wartungskosten und Fördermittel.

Pelletheizung Kosten

Pelletheizungen haben in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen. Dies ist auf ihre Vorteile wie effiziente Wärmeerzeugung, nachhaltige Nutzung von Biomasse und günstigere Brennstoffkosten im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen, wie z.B. Nachtspeicherheizungen, zurückzuführen. Doch was kostet es, eine Pelletheizung zu installieren und zu betreiben? In diesem Artikel werden wir die Wirtschaftlichkeit bzw. Kosten einer Pelletheizung in Deutschland untersuchen, einschließlich der Anschaffungskosten, Einbaukosten, Betriebskosten, Wartungskosten und Förderungen.

Was ist eine Pelletheizung einfach erklärt?

Eine Pelletheizung ist eine Art der Biomasseheizung, die Pellets, kleine, kompakte Röllchen aus Holzspänen, Sägespänen, Sägemehl und anderen Biomasseabfällen, als Brennstoff verwendet. Pellets werden in einem Pelletkessel verbrannt, um Wärme zu erzeugen, die dann zum Heizen von Wohnräumen und Wasser verwendet wird. Pelletheizungen sind effizient, umweltfreundlich und kosteneffektiv, wodurch sie eine beliebte Wahl für viele Hausbesitzer und Bauherren in Deutschland geworden sind.

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Wovon sind die Kosten für eine Pelletheizung abhängig?

Die Kosten einer Pelletheizung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe der zu beheizenden Fläche, dem Wärmebedarf des Gebäudes, dem Typ des Pelletkessels und dem Pelletlager. Auch der Einbauort und die verwendeten Materialien können den Preis beeinflussen. Es ist wichtig, die genauen Anforderungen und Bedürfnisse des Gebäudes zu verstehen, um eine realistische Schätzung der Kosten zu erhalten. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Kosten einer neuen Heizung.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten einer Pelletheizung?

Bei einer Pelletheizung ist im Durchschnitt abzüglich der Fördermittel mit Kosten zwischen 19.000 und 30.000 Euro zu rechnen. Wenn Sie sich für ein gängiges, fertiges Komplettpaket entscheiden, müssen Sie realistisch gerechnet mit Investitionskosten von etwa 25.000 Euro rechnen (Pelletkessel, Pufferspeicher, Lagerraum mit Transportsystem und Montage sowie Förderung inklusive). Abzüglich der Förderung (mindestens 10 Prozent der förderfähigen Kosten) liegen die Kosten im Bereich zwischen 19.000 und 30.000 Euro. Allerdings kommen oft noch weitere Extrakosten aufgrund notwendiger Umbauten des Pellet-Lagers oder schwierigerer Installation hinzu. Die Kosten für ein Pelletlager variieren zwischen 2.000 und 4.000 Euro.

Was kostet der Einbau einer Pelletheizung?

Bei Investitionen in eine Pelletheizung sollte man nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigen, sondern auch die Kosten für die Installation. Hierbei können Arbeitskosten zwischen 2.000 und 2.500 Euro anfallen, je nachdem ob ein Fachbetrieb mit der Montage und Inbetriebnahme beauftragt wird oder alles selbst erledigt wird. Darüber hinaus gilt es natürlich noch, mögliche Eigenleistung an Materialien zu berücksichtigen, sofern man diese selbst besorgt.

Wie hoch sind die laufenden Kosten bzw. Betriebskosten einer Pelletheizung

Andere Heizsysteme haben im Vergleich zu Holzpellets höhere Betriebskosten. Für eine Tonne Holzpellets bezahlen Sie inklusive Liefergebühr und Einblaskosten ca. 660 Euro im Jahr (Stand August 2022, bei Abnahme von 6 Tonnen). Entscheidend für die Pelletpreise sind neben dem Angebot des Lieferanten und der Nachfrage auch die Abnahmemenge an Holz. Je größer die Menge an Holzpellets ist, desto günstiger wird der Preis pro Tonne. Um eine Kilowattstunde Energie zu erzeugen, benötigen Sie ca. 200 Gramm Holzpellets. Mit einer Pelletpresse können Sie die Holzspäne selbst herstellen.

Was kostet die Wartung einer Pelletheizung?

Eine Pelletheizung bietet Ihnen nicht nur ein hohes Maß an Komfort und Energieeffizienz, sondern auch Kostenersparnisse. Da der Regelbetrieb und die Wartung regelmäßig durch professionelle Fachkräfte vorgenommen werden müssen, belaufen sich die jährlichen Kosten in der Regel auf etwa 100 bis 200 Euro. Hinzu kommt noch die Reinigung des Pelletlagers sowie eine Prüfung der Anlage alle zwei Jahre – das schlägt mit weiteren 180 bis 300 Euro pro Jahr zu Buche. Insgesamt ist also mit  Kosten für Pelletheizung-Wartung, Reinigung und Prüfung von 280 bis 500 Euro pro Jahr. zu rechnen.

Was kostet 1 Tonne Pellets aktuell?

Laut Erhebung des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) liegt der deutschlandweit durchschnittliche Pelletpreis (Bruttopreis für Endkunden) im Januar 2023 pro Tonne (bei Abnahme von 6 Tonnen) bei 499,14 Euro. Das entspricht Kosten bei einem Preis von 49,91 Cent pro Kilo. Sowohl Angebot als auch Nachfrage bestimmen die Preise, die je nach Region und Jahreszeit schwanken können. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich aber meistens und so kann man das Maximum an zuverlässigen und günstigen Lieferungen erhalten.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Pelletheizung?

Hier sind einige Vor- und Nachteile von Pelletheizungen:

Vorteile

  1. Umweltfreundlichkeit: Pellets bestehen aus Holzabfällen und sind eine erneuerbare Ressource. Sie produzieren im Vergleich zu fossilen Brennstoffen weniger CO2-Emissionen, die lediglich 30 g pro kWh beträgt. Sie sind nahezu CO2 neutral.
  2. Pelletheizung Kosten: Pelletheizungen sind auf lange Sicht günstiger als Öl- oder Gasheizungen und bieten langfristig Kosteneinsparungen, da Pellets in der Regel billiger sind als fossile Brennstoffe. Durch die niedrigeren Betriebskosten werden die höheren Anschaffungskosten ausgeglichen.
  3. Effizienz: Pelletheizungen haben in der Regel einen höheren Wirkungsgrad als Öl- oder Gasheizungen, was bedeutet, dass mehr Wärme aus dem Brennstoff gewonnen wird.
  4. Unabhängigkeit: Pelletheizungen ermöglichen es den Eigentümern, unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden, da Pellets lokal produziert werden können.

 Nachteile

  1. Platzbedarf: Eine Pelletheizung benötigt einen geeigneten Lagerraum für die Pellets, was für Wohnungen oder kleine Häuser problematisch sein kann.
  2. Abhängigkeit vom Stromnetz: Eine Pelletheizung benötigt Strom für den Betrieb, was bedeutet, dass ein Stromausfall auch die Heizung lahmlegen kann.
  3. Wartung: Pelletheizungen erfordern regelmäßige Wartung, einschließlich Reinigung und Überprüfung des Schornsteins, um eine optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten.
  4. Geräusch: Pelletheizungen können beim Betrieb Geräusche machen, die für einige Personen störend sein können.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Vor- und Nachteile einer Pelletheizung je nach individuellen Umständen und Anforderungen unterschiedlich ausfallen können. Es ist immer ratsam, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und Experten zu konsultieren, um festzustellen, ob eine Pelletheizung für Ihre spezifische Situation geeignet ist.

Wann rentiert sich eine Pelletheizung?

Die Rentabilität einer Pelletheizung ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie Größe des zu beheizenden Gebäudes, Anschaffungskosten, Energiepreise, Wartungskosten und der Effizienz der Anlage. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungssystemen, kann eine Pelletheizung aufgrund ihrer Energieeffizienz und niedrigeren Brennstoffkosten langfristig günstiger sein. Allerdings ist es wichtig, die Kosten sorgfältig zu berechnen und eine gründliche Marktforschung durchzuführen, bevor man sich für eine Pelletheizung entscheidet.

Ein wichtiger Aspekt bei der Berechnung der Rentabilität einer Pelletheizung ist der Pelletpreis. Da Pellets aus Holzresten und anderen biogenen Materialien hergestellt werden, kann der Preis je nach Verfügbarkeit und Nachfrage schwanken. Es lohnt sich also, den aktuellen Pelletpreis zu vergleichen und den Pelletbedarf für eine langfristige Prognose zu berechnen.

Ein weiterer Faktor, der die Rentabilität einer Pelletheizung beeinflusst, ist die Effizienz des Systems. Ein hochwertiger Pelletkessel und eine gut dimensionierte Förderschnecke können dafür sorgen, dass das System effizient und kosteneffektiv arbeitet. Die Wartung und Pflege des Systems ist ebenfalls von großer Bedeutung, um eine lange Lebensdauer und eine hohe Effizienz sicherzustellen.

Warum lohnt es sich, in eine Pelletheizung zu investieren?

Eine Investition in eine Pelletheizung kann sich besonders für große Ein- und Mehrfamilienhäuser mit hohem Wärmeverbrauch lohnen. Die Anschaffungskosten liegen zwar höher als bei anderen Heizsystemen, aber die laufenden Kosten sind deutlich niedriger – je höher der Wärmebedarf, desto größer die Ersparnis. Neben den geringeren Kosten ist Pellet-Heizen auch noch umweltfreundlich, da es emissionsarm ist und mit erneuerbaren Ressourcen funktioniert. Daher ist es besonders im Hinblick auf die allgemein steigenden Energiekosten ratsam, in eine Pelletheizung zu investieren.

Wie hoch sind die Förderungen beim Kauf einer Pelletheizung?

In Deutschland gibt es verschiedene Förderprogramme, die den Kauf einer Pelletheizung unterstützen. Dazu gehören beispielsweise das BAFA-Programm zur Förderung erneuerbarer Energien und das KfW-Programm zur Förderung von Wärmedämmung und energetischen Sanierungen. Die Höhe der Förderung variiert je nach Programm und kann beispielsweise auf die Anschaffungskosten, die Installation oder auf den Betrieb des Systems gewährt werden.

Staatliche Förderung von der BAFA

Die Installation einer Pelletheizung in einem Bestandsbau kann durch das BAFA mit einer Förderung bis zu 12.000 Euro unterstützt werden. Für die Anschaffung der Komponenten einer Pelletheizung (Pelletlager, Pufferspeicher, Heizkessel und Montage) gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung von bis zu 35 Prozent. Im Falle des Austauschs einer alten Ölheizung gegen ein neues System aus Pelletkessel und Solarkollektoren wird sogar noch mehr unterstützt – nämlich 45 Prozent. Damit erhalten Sie also einen deutlichen Zuschuss für alle Komponenten der Hybridheizung, inklusive Installation sowie des Pufferspeichers.

Förderungen von der KfW – Bank

Seit dem 28.07.2022 steht das Förderprogramm KfW 262 (BEG EM) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen ist seit dem 01.07.2021 eine überarbeitete Förderung für Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard (BEG WG) verfügbar, die jedoch nur eine anteilige Förderung bietet. Der Kredit KfW 261 ist weiterhin verfügbar und bietet Fördergelder von bis zu 150.000 Euro, inklusive Förderung von bis zu 60 Prozent, die aus einem Tilgungszuschuss, einer möglichen Zinsvergünstigung und möglichen Boni besteht und bis zu 90.000 Euro betragen kann. Die Förderung für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard wurde überarbeitet und seit 20. bzw. 21.04.2022 mit höherem Mindeststandard, geänderten Konditionen und halbiertem Fördersatz neu aufgelegt. Hierbei kann man nur den Kredit KfW 261 bis zu 150.000 Euro inklusive Förderung bis zu 30.000 Euro in Anspruch nehmen, die einen Tilgungszuschuss und die maximale Zinsvergünstigung beinhaltet.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Pelletheizung für 100 qm?

Eine Pelletheizung für 100 Quadratmeter kostet ungefähr 20.000 Euro.

Was kostet eine Pelletheizung für ein Einfamilienhaus?

Die Kosten für die Errichtung einer Pelletheizung in einem Einfamilienhaus können je nach Ausführung und Installationsort stark variieren. Im Durchschnitt liegen die Investitionskosten bei 30.000 bis 50.000 Euro, wobei der Betrag aus den Kosten für den Ofen, Wartungskosten, Lieferung und Einblasmaterialien besteht.

Was sind die Einsparpotenziale einer Pellet Zentralheizung?

Wenn ein durchschnittlicher Wirkungsgrad von etwa 90 Prozent erzielt wird, können Sie bei der Verwendung einer Pellet Zentralheizung gegenüber Gas- und Ölheizungen Einsparungen von 20 bis 30 Prozent erreichen. In einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmeverbrauch von 35.000 Kilowatt entspricht dies ungefähr 1.000 Euro pro Jahr. Dieser Betrag wird in jedem Betriebsjahr durch die gesparten Kosten wieder herein geholt. Die Investitionsdifferenz im Vergleich zu fossilen Brennstoffanlagen liegt üblicher Weise bei etwa 10.000 Euro, was zu einer Amortisation von zehn Jahren führt.

Was kostet ein Feinstaubfilter für Pelletheizung?

Der Einbau eines Staubabscheiders bzw. Feinstaubfilters in einen Holzofen oder Kamin ist je nach gewähltem System unterschiedlich teuer. Aktive Filter sind mit rund 1.000 Euro etwas aufwendiger als passive Filter, die Sie im Schnitt für rund 300 Euro anschaffen können. Bei Verwendung von mechanischen Filtern fällt zudem oft noch die Installation an, die zusätzliche Kosten verursacht.